MessdienerInnengemeinschaft
St. Laurentius – St. Josef
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Die „neueren“ Entwicklungen des Messdienerdienstes

Wenn wir einen Blick in die Geschichte des Ministranten­dienstes werfen, dann fällt das 8. Jahrhundert besonders ins Auge. In dieser Zeit war es nämlich üblich geworden, dass der Priester täglich und alleine die Messe feierte und die Gemeinde zunehmend aus der Liturgie verdrängt wurde. Aus diesem Grund gewann der Ministranten­dienst immer mehr an Bedeutung. Die Kirchen­versammlungen von Mainz (813) und Paris (829) bestimmten, dass wenigstens ein Altardiener stellvertretend für das Volk anwesend sein müsse. Die Altardiener waren somit die Erinnerung daran, dass man die Messe nicht allein feiern kann, sondern Feier der ganzen Gemeinde ist.

Den Dienst am Altar übernahmen Jungen, die als Lektoren und Sänger wegen ihrer hohen und gut verständlichen Stimmen eingesetzt und zu diesem Zweck in eigenen Instituten ausgebildet wurden. Diese Jungen waren gleichzeitig potenzielle Kandidaten für den Priesterberuf und wurden in der Regel schon früh mit den so genannten „niederen Weihen“ in den Klerikerstand aufgenommen. So kam es im 13. Jahrhundert zu der Anordnung, dass nur Kleriker den Dienst am Altar verrichten dürften.
Für den Ministranten­dienst bedeutete dies, dass er als vorklerikaler Dienst und als Teilhabe an priesterlichen Aufgaben verstanden wurde. Die Nähe zum Altar galt dabei als besonderes Vorrecht und als besondere Gnade.

Diese Praxis galt bis 1947. Erst zu diesem Zeitpunkt wurden auch Laien­ministranten ausdrücklich bestätigt. Die äußere Gestalt des Ministranten­dienstes lehnte sich an weltliche Vorbilder an. Das barocke Hof­zeremo­niell zum Beispiel kannte gleich gekleidete, gruppenweise auftretende und dekorativ aufgestellte Pagen.

Korrigiert wurde diese Entwicklung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1963 - 1965). Das Konzil betonte den Gottesdienst als Feier der ganzen Gemeinde und formulierte: „Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden …“ (Sacro­sanctum Concilium 14).
Diese neue Sicht auf die Rolle der Gläubigen in der Liturgie hat ihren Grund in der Wiederentdeckung des gemeinsamen Priestertums aller und der Kirche als Volk Gottes. Liturgie ist damit nicht mehr die ausschließliche Angelegenheit der Kleriker, sondern Laien, die in der Liturgie eine Funktion haben, vollziehen einen liturgischen Dienst.
Das Konzil sagt es so: „Auch die Ministranten, Lektoren, Kommentatoren und die Mitglieder der Kirchenchöre vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst …“ (SC 29). Dies bedeutet, dass der Dienst am Altar die aktive, bewusste und tätige Mitfeier der gesamten Gemeinde zum Ausdruck bringt. Die Ministrantinnen und Ministranten ersetzen damit nicht die Gemeinde, sondern sie üben ihren Dienst als Getaufte und Zugehörige zur Gemeinde aus.
Für die Kinder und Jugendlichen bedeutet der Ministranten­dienst die Möglichkeit, den Gottesdienst aktiv und tätig mitzufeiern. Einzelne Gemeinden verzichten bewusst auf Ministrantinnen und Ministranten, um deutlich zu machen, dass der Altardienst ein Dienst aller Gemeinde­mitglieder ist.

Lange Zeit waren zum Altardienst nur Jungen zugelassen. Die Nichtzulassung vom Mädchen ging noch auf vorkonziliare Argumente zurück. Doch außer dem Verweis auf die Tradition konnte es nach dem Konzil keine theologisch stichhaltigen Argumente gegen eine Zulassung von Mädchen und Frauen zum Altardienst mehr geben. Diese erfolgte mit der 1994 veröffentlichten Entscheidung von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1992.

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